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Autor Thema: Das Arbeitszeugnis liest sich doch sehr "bescheiden", oder?  (Gelesen 328 mal)
Traxx
Gast


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« am: September 22, 2008, 14:06:55 »
ZitierenZitat

Hallo, ich benötige mal dringen ein kurzes Statement zu meine Arbeitszeugnis.
Ich will keine komplette Beurteilung, sondern einfach nur ne Info, ob das Zeugnis
akzeptabel ist, oder ob ich dagegen angehen sollte.
Ich arbeite in einer sehr kleinen Firma mit 4 Angestellten.
Einer der Leute (der am länsten in der Firma arbeitende) wurde vom Chef auserkoren,
mein Arbeitszeugnis zu verfassen, da ich gekündigt habe. Meine Chef ist Inhaber von
ca. 10 weiteren Firmen. Daher kann er meine Arbeit nicht richtig beurteilen und hat die
Aufgabe einfach weitergegeben.

Das Zeugnis habe ich jetzt bekommen und finde, dass es sich sehr oberflächlich und
merkwürdig liest. Dies habe ich auch vorsichtig dem Verfasser mitgeteilt und um eine
evtl. Korrektur gebeten. Aber er ist davon überzeugt, dass es einwandfrei von ihm
geschrieben wäre, und er auch keine Änderung mehr machen wird.
Sehr sturer Typ, sage ich euch ;-)

Herr x, geboren am xxxxx, war vom xxxxxx bis xxxxxx in unserem Unternehmen beschäftigt.
Die Firma xxxxxxx, die zur Firmengruppe xxxxx gehört, entwickelt, produziert und vertreibt
Komponenten für die Antriebstechnik.

Herr xxxxxx wurde in unsere Verkaufsabteilung als Vertreibssachbearbeiter eingesetzt.

Sein Aufgabengebiet umfasste:

Kundenberatung
eingenverantwortliches Erstellen von Angeboten
Bearbeitung von Kundenaufträgen
Pflege der Kundendatei
gelegentliche Außendienstreisen
Messedienst bei Fachmessen

.........
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Traxx
Gast


E-Mail
« Antworten #1 am: September 22, 2008, 14:07:43 »
ZitierenZitat

..........
Auf Grund seiner guten Auffassungsgabe und seines technischen Verständnisses konnte
sich Herr xxxxxx schnell einarbeiten und sein Wissen auf dem Gebiet der mechanischen
Antriebstechnik weiterentwickeln.

Herr xxxxx erledigte die ihm gestellten Aufgaben, zuverlässig und stets zu unserer vollen
Zufriedenheit. Hervorzuheben ist sein Verhandlungsgeschick im Umgang mit unseren Kunden.

Bei Exportanfragen kamen ihm seine ausgezeichneten Englischkenntnisse zu Gute.

Als teamfähiger Mitarbeiter war sein Verhältnis zu Vorgesetzten, Mitarbeitern und Kunden stets
einwandfrei. Er hatte unser uneingeschränktes Vertrauen.

Herr xxxxx verlässt uns auf eigenen Wunsch, wir bedauern seine Entscheidung und wünschen
ihm für seine berufliche Zukunft viel erfolg.


ENDE

..was haltet ihr davon? Liest sich doch irgendwie komisch, oder meine ich das bloß?

Danke für eure Meinung!
Gruß
Martin
Gespeichert
Traxx
Gast


E-Mail
« Antworten #2 am: September 24, 2008, 11:20:03 »
ZitierenZitat

...nachdem ja keiner seine Meinung zu meinem Zeugnis abgeben möchte,
formuliere ich mal meine Fragestellung um:

Was meint ihr, soll ich das Zeugnis mal für 19,- EUR analysieren lassen,
oder meint ihr, dass alles in Ordnung ist.

Beim guten Schlusssatz müsste doch eigentlich stehen:

"...wir bedauern seine Entscheidung sehr, und wünschen ihm für seine berufliche und private Zukunft
alles Gute und weiterhin viel Erfolg"

Ich bin mir jetzt irgendwie unsicher ob der Satz meines Zeugnisses auch reichen würde, oder ob da
etwas negatives hineininterpretiert werden könnte.

Danke vorab für jeden Tipp und Kommentar.

Gruß
Martin
Gespeichert
Sonido
Gast


E-Mail
« Antworten #3 am: September 24, 2008, 15:21:07 »
ZitierenZitat

Es fehlt jede Menge, Aussagen zur Motivation, zum Fachwissen, zur Arbeitsweise zum Erfolg...
Im Schlussteil außerdem der sehr wichtige Dank, ein Zukunftswunsch für die PRIVATE Zukunft usw.
Wenn du das Zeugnis mit der Checkliste (siehe oben) prüfst, siehst du das recht deutlich.
Solche Leerstellen gelten als Hinweis darauf, dass die Leisungen nicht der Rede wert waren, man nennt das "beredtes Schweigen". Schau auch mal in die Urteilsdatenbank von arbeitszeugnis.de unter dem Stichwort "Leerstellen" (das erste, neue Urteil vom BAG).
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Traxx
Gast


E-Mail
« Antworten #4 am: September 25, 2008, 10:36:27 »
ZitierenZitat

ach du liebe Sch.....!
Da habe ich wohl jetzt ein Problem.
Hab ja schon geahnt, dass es schlecht ist.
Aber so schlecht, hätte ich dann auch nicht gedacht.

Mal sehen was ich jetzt mache. Ich weiß nur eines, das wird kein einfacher Weg.
Ich habe allerdings überhaupt keine Lust vor Gericht zu gehen, aber wenns nicht
anders geht, werde ich das wohl machen müssen.

Sonido, dank dir erstmal für deine Hilfe. Es ist schön, dass es noch Leute gibt, die
anderen helfen.

Viele Grüße
Martin
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Sonido
Gast


E-Mail
« Antworten #5 am: September 26, 2008, 06:05:45 »
ZitierenZitat

Wenn auf die freundliche Art nichts mehr zu erreichen ist: In den meisten Fällen reicht ein Schreiben vom Anwalt mit der Androhung eines Rechtsstreits, wie es als Muster unter www.arbeitszeugnis.de/rechtsberatung.php zu sehen ist. Was auf jeden Fall eine sehr wertvolle Unterstützung ist (da sich selbst Fachanwälte für Arbeitsrecht oft nicht im Detail mit der Zeugnissprache der Personaler auskennen), das ist 1. eine Zeugnisanalyse, die alle Schwachstellen nennt (als Mängelliste/ Argumentationsgrundlage für die Aufforderung zur Korrektur) und  2. eine überarbeitete Zeugnisfassung, die du dem Arbeitgeber unterschriftsreif vorlegen kannst. Dann kann der den Streit in 1 Minute beilegen, wenn er will. Die wenigsten Arbeitgeber haben ein Interesse, wegen so was vor Gericht zu gehen.
Auf www.arbeitszeugnis.de/bewertung kannst du sehen, welche Erfahrungen die Kunden von arbeitszeugnis.de mit den dort erstellten Analysen und Zeugsnisüberarbeitungen beim Arbeitgeber gemacht haben.
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